“[...]
And there is other elements which are native to our period, they didn’t really work before – such as generative art.
I take generative art quite seriously, I like to see it move into areas like generative law or maybe generative philosophy. The thing I like in generative art is that kind a deranged human intentionality.
I mean, lets say, a generative men in a factory and you writing code for a computer fabricater and you yourself dont know the outcome of this code, you do not know however physically xxxxxxxx itself. Therefore you end up in creating objects to the sort of bleached of human intent. Now the xxxxxxxx content in the software, but the software is not visible in the finished product. To me its of great interest, that this objects – and designs, and animations and so forth, now exist in minus (?) because they really are in a strange way divorced from of any kind of historical ideology.
They’re just not human.
[...]”
(xxxxxxxx = elegant mumbling)
Souvenirs
MP3-CDs mit beliebter traditioneller Musik. Test OK, aber mein Apple kann gar nichts davon abspielen oder das angebliche img-File konvertieren.
Hafez-Zitate, welche auf der Strasse als Prophezeiungen angeboten werden. Manchmal pickt sie ein Vogel aus der Schachtel, manchmal darf man selber eine Karte ziehen.
Lunchbag der Bus-Kooperative Nr. 6. Wird allen Passagieren abgegeben und enthält Saft (Geschmack: süss), Kekse (mit Pseudo-Banane) und Cracker (ok).
Metroticket Teheran. Sehr modernes, angenehmes und schnelles Transportmittel. Der erste oder letzte Wagen ist für Frauen reserviert, aber es ist ihnen auch erlaubt, in allen anderen Wagen zu fahren.
Eintrittskarten für touristische Einrichtungen. Kosten immer 0.50 CHF und oft wird die Angabe der Nationalität verlangt (für die Statistik). Das aufgedruckte Bild entspricht nicht der jeweiligen Institution (ausser das ganz oben: 3 CHF für die armenische Kirche in Isfahan und das Bild ist korrekt).
Quittung und Passierschein des Spitals in Yazd über die Behandlung (rechtes Ohr freisaugen) und den Preis (7.50 CHF)
Made in Germany auch für die Bell(e)zza.
Nicht immer ist drin was drauf steht: sehr nützliches Präsent im Hotel Azadi, Yasuj.
aber diesmal schon:
Ich wollte eine Frauenzeitschrift kaufen...
... aber innen: ich schätze, das sind tatsächlich abgedruckte SMS.
Das Bild erinnert an Filmplakate. Wir hatten das Glück, während der Busfahrten einige Schmonzetten zu sehen: junge Frau verliebt sich in den Freund des Bruders, ist aber schon einem anderen versprochen, oder ähnlich. Das Interessante daran ist, dass die Präsenz des Kamera-Auges aus dem Privatraum einen öffentlichen Raum macht - und so im Film alle Frauen zu Hause immer verschleiert erscheinen, sogar im Bett (verzweifelt und stumm in die Ferne schauend) in einer Art Pyjama-Hejab. Die Grenze zwischen Privat und Öffentlich ist undurchdringlich. Ausser vielleicht per SMS...
Eine Installation zu den Zaubersrprüchen der Programmiersprachen: eine externalisierte Selbstgesprächsanordnung lässt die Zeichen in ihren verschiedenen Medien zirkulieren und überspringen.
Währenddem die Zeichen im Prozessor des Rechners direkt verarbeitet werden und als schwebendes Treppenhaus in der Animation ihre Runden drehen, nimmt der gemurmelte SourceCode derselben Animation den Umweg durch den Raum, lässt sich vom Besucher dreinreden und wirkt dann auf das Bild zurück. Nur hartnäckiges Schweigen aller Akteure kann das Geknäuel des Treppenplaneten wieder zur Spur verdünnen und diese langsam auflösen. Das Spiel mit der mit Selbstbeschwörung der Zeichen beginnt von neuem, die nächste Klasse ist dran. “Schrääg-strich, Schrääg-strich” sagt die Stimme und es folgen in plötzlich aufblitzender Klarheit inmitten eigenartig rhythmischem Gemurmel die Anmerkungen, welche die Programmiererin im Code hinterlassen hat.
Getränkeladen in Teheran: hier gibts frischgepresste Säfte: Melone, Beeren, Karrotten, Orange, mit etwas Glück auch Granatapfel.
Beerenstand in Darband. Die glänzenden Fladen vorne sind aus getrocknetem Beerenmus, von etwas ledriger Konsistenz, angenehm sauer aber furchtbar klebrig.
Jeden Tag holten wir uns frische Kekse aus der von drei Frauen betriebenen Kekse-Bäckerei in Masuleh. Die braunen im Vordergrund sind aus einem würzigen bröseligen Teig in Fett gebacken, mit Puderzucker bestreut und lauwarm gegessen ein Wahnsinn. Die hellen mit den Punkten sind Ingwerkekse, etwas trocken und überraschend scharf.
Restaurants
Darband
Ausflugs- und Naherholungsgebiet am Nordzipfel von Teheran, schon fast in den Bergen. Es ist sehr angenehm entspannt hier, Frauengruppen rauchen Wasserpfeife und lachen laut, Paare unter sich.
Restaurant in Darband, es gibt hier auch noch einen künstlichen Wasserfall und Nachtigallen im Käfig.
Mirza Ghasemi: Mus aus Aubergine, Tomaten, Knoblauch und Ei, mit Joghurt und Minze-Öl. Wir trinken Zam-Zam Cola und islamic Beer (Alkoholfrei, dafür mit Zitronenaroma)
Und zum Abschluss Tee.
“Restoran”
(buchstäbliche Transkription aus dem Persichen)
Restaurant in Isfahan, an der Hauptstrasse. Terrasse im 1. Stock, mit pinkem Neonlicht beleuchtet.
Chicken Kebab mit Salzgurken.
Sofreh Kahneh Sonnati, Isfahan
Ein Restaurant wie im Bilderbuch: Gleich neben der Sheikh Lotfallah Moschee gelegenes traditionelles Restaurant mit grosser Terrasse.
Arash hat uns hierher geführt und war sehr zufrieden mit unserer Freude über den wunderschönen Platz. Im Hintergrund ganz verwischt weil so schnell: ein Kellner im traditionellen Dress.
"Dizi", Eintopfgericht mit Hammelfleisch, Kartoffeln und Kichererbsen. Man isst es in zwei Durchgängen: als erstes wird die Suppe in eine Schüssel abgegossen (im Bild) und mit Brot getunkt gegessen. Dann mit dem Mörser (ganz rechts) das im Tontopf Verbliebene zerstampft und dann ebenfalls gegessen. Die grünen Kräuter sind sehr erfrischend dazu. Und ja, man isst auf dem Teppich, als Tischtuch gibt es eine Plastikfolie.
Örtliche Spezialitäten
Wir haben nicht herausgefunden, wie dieses Gericht heisst, welches wir gleich neben dem Bazar in Isfahan zu Mittag assen. Der mit Öl beträufelte frische Brotfladen war gefüllt mit einer Art Burger und etwas Fleischmuss, beide mit einem relevanten Anteil Leber. Zusammen mit dem Joghurt, den Zwiebeln und den Kräutern schmeckte es hervorragend, war aber sehr schwer und keiner von uns schaffte seine Portion.
Khoresht zum Abendessen im Silkroad Hotel, Yazd. Ein Khoresht ist ein Ragout, ich bin nicht mehr sicher ob das ein Khorest-e Bademjan war (also ein Ragout mit Auberginen).
Restaurant Hamam, Yazd
in einem alten Hamam (Dampfbad) untergebrachtes Restaurant in Yazd, angenehm kühl.
"Fesenjun", mit Chicken. In einer raffinierten Sauce aus Walnüssen und Granatäpfeln gekochte Hühnerkeule. Mein Lieblingsgericht, allerdings bevorzugte ich die Version des Silkroad Hotels mit Lammfleischbällchen.
Kuku-e sabzi, Gemüseplätzchen mit Spinat
Asht-e jo, eine Suppe mit Linsen und Pommes.
Salat mit rosa Sauce für den rebellierenden Magen.
Chelo Kebab - mit Safran gewürzter Lammkebab, köstlich. Die orange Paste auf dem Teller oben war nichts mit Aprikose, sondern einfach nur süss.
Das Schild meldet "Essen ausverkauft" vor der Einfahrt zum Restaurant in Shiraz.
Suppe mit Huhn, Shiraz
Süppchen im Restaurant des Azadi Hotels, Yasuj. Mein Magen noch immer im Streik. Das Stück Brot dazu war das einzige Mal, dass wir diese Art von Brot statt dem üblichen Kartonbrot bekamen.
Abendessen in Yasuj: links das beste Huhn der ganzen Reise für Adina, Chelo Kebab für Pius, Reis und Salat für mich.
Asht-e Sabzi, Gemüsesuppe, in einem traditionellen Restaurant in Isfahan.
Fleischburger im Restaurant des Hotels Mehran, Masuleh. Man isst meistens mit dem Löffel.
Restaurants in Masuleh
Dizi zerstampfen, Masuleh
Asht-e mast, Joghurtsuppe mit Minzeöl, Masuleh.
Mein letztes Abendessen in Teheran. Es war Ramadan, und 2/3 der Gerichte auf der Speisekarte waren gestrichen. Also hatten wir wiedermal die Wahl zwischen Kebab und Chicken. Dies ist Chicken, mit einer tollen leicht süssen Sauce. Daneben steht eine Büchse original Coca-Cola. Es gibt im Iran auch ein Abfüllanlage dafür (gab es übrigens auch in Rumänien zu Zeiten der Diktatur).
Kebabis
Kebabis sind kleine Imbisse, in denen man meistens nur Kebab bekommt. Gewöhnlich gibt es Chicken und Lamm Kebab zur Auswahl (chicken sind ganze Fleischstücke, Lamm oft gehackt in einer kompakten Masse. Beide werden an langen Spiessen über Kohle gebraten. Zum Kebab wird immer Reis und gegrillte Tomaten serviert, chicken Kebab kommt mit Zitronen oder Limetten. Wir haben oft Joghurt dazu gegessen (dieses gibt es nature, oder mit Schalotten, Knoblauch oder Gurke drin).
Der erste Chicken-Kebab, im Basar von Teheran.
Tee
Wir haben sehr viel Tee getrunken. Die Dichte der Teehäuser ist aber nicht vergleichbar mit derjenigen in der Türkei. Es gibt nicht viele, und man muss wissen, wo sie sind – sie sind nicht da, wo man sie vermuten würden. Es gibt kaum Teehäuser an schönen Orten, in Parks, am Fluss, an Einkaufsstrassen schon gar nicht. Man sagte uns, dass die Regierung die meisten davon geschlossen habe, und dass der Beruf des Teehausbesitzers nicht ein angesehener sei. Es gibt aber die Möglichkeit Tee zu trinken an jedem Busbahnhof, an den Raststätten, oft auch an kleinen Imbissen und Kiosks, sowieso bekommt man Tee in jedem Restaurant oder Kebabi. In richtigen Teehäusern kann man auch Wasserpfeife rauchen, es ist der romantische Ort par excellence. Egal wo man ihn trinkt, der Tee ist immer vorzüglich – heiss und stark. Die Iraner süssen ihn, indem sie sich ein Stück Zucker zwischen die Zähne klemmen und den Tee hindurchziehen.
Tee und Safran-Eis (immer mit Rosenwasser parfumiert) im Restaurant des Hotel Mashad, Teheran.
Tee im Artists Forum, Teheran.
Queisarieh Teehaus in Isfahan. Es liegt auf dem Dach des Bazars und die Aussicht über den Platz der Hälfte der Welt ist eine Wucht. Das Panorama (v.l.n.r): Sheikh Lotfallah Moschee, Imam Moschee, Ali Qapu Palast. Die Wiese davor füllt sich in den Abendstunden mit picknickenden Familien.
Man muss hier nicht bestellen - man kommt rein und 5 Minuten kommt der Tee und ein paar Süssigkeiten (der blau geblümte Teller ist leider schon leer gegessen)
Teehaus Azadegan, ein mit allem Möglichen vollgehängtes Gewölbe im Untergeschoss in einer Nebenstrasse des Bazars in Isfahan. Es ist in einen Männer- und Familienbereich getrennt, und zwar so, dass alle Frauen an den Männern vorbeidefilieren müssen, um in den hinteren Bereich zu kommen. Trotzdem sahen wir dort junge Frauen alleine eine Wasserpfeife geniessen.
Fast Food
Fast Food Lokale sind sehr beliebt. Hier bekommt man Hamburger, Hot Dogs, Pommes und Pizza in guter Qualität, was das eher eintönige Angebot in den normalen Restaurants angenehm bereichert.
Fast Food Lokal in Teheran. Hier ruhte ich mich bei einer Cola an der klimatisierten Kühle aus.
iranische Fast Food Kette
Unsere erste Pizza. Wir hatten von der unorthodoxen Pizzakultur im Iran gehört und uns erst auf ausdrückliche Empfehlung des Lonely Planet in eine Pizzeria im armenischen (christlichen) Viertel Jolfa in Isfahan gewagt. Wir wurden angenehm überrascht - nur die Tomatensauce zuunterst fehlte, aber die wird im Iran traditionellerweise mit Ketchup zuoberst kompensiert. Geht auch, gar nicht schlecht, "another concept of pizza" stellte Adina fest.
Hamburger und zweimal Falaffelburger, Salat. Unglaublich günstiges und schnelles Abendessen in einem total überfüllten Fast Food Restaurant in Isfahan.
Burger mit Fleisch, Tomaten und Pasta am Busbahnhof-Imbiss in Yazd.
Epilog – Rückkehren
Der internationale Flughafen von Teheran heisst “Imam Khomeini International Airport”, steht etwa 1 Taxifahrstunde vom Zentrum entfernt in der Pampa und verfügt über ein einziges Terminal mit zwei Kaffeterias im Transitbereich. Er ist recht neu und modern gebaut, die Gepäckkontrolle ist geschlechtergetrennt. Es ist ein sehr eigenartiger Ort: hochmodern mit internationalen Ambitionen, doch ein Orbit-Aussenposten des Landes, nur einer winzigen Elite zugänglich, eine Kapsel in der sich die Luft von drinnen und draussen mischt. Es muss dort eine komplizierte Anlage für den Druckausgleich geben. Bei meiner Ausreise bin ich dankbar dafür – ohne die Geschäftsreisenden mit ihren Laptops hätte ich an der Wahrscheinlichkeit meiner “normalen” Existenz zweifeln müssen und hätte mich wirklich gefürchtet, in diesem unwirklichen Alptraum gefangen zu sein und nie mehr zurück zu können wonach ich solche Sehnsucht hatte: in ein selbstbestimmtes (Frauen)Leben, in einen Beruf, den es hier nur im Untergrund gibt, in meine eigene Wohnung.
Kaum sass ich im Flugzeug an meinem Platz, klappte ich erleichtert und etwas trotzig meinen Schleier herunter. Ich war nicht die einzige. Der junge Mann neben mir fängt gleich darauf an mit mir zu plaudern – er fliege nach London, er wolle dort Städtebau studieren, er habe in Teheran schon Architektur studiert. Momentan mache er einen Sprachkurs, um Englisch zu lernen und sein Aufenthalt werde von seiner Familie finanziert. Ich bin etwas irritiert über die plötzliche Umkehrung der Sitten – hätte er mich mit Kopftuch auch angesprochen? Es ist schizophren, und ich bin auch etwas schizophren geworden: am Flughafen in Dubai ziehe ich meinen Manteau aus, aber zu meiner Überraschung bleibt das Gefühl der Befreiung aus: mir ist die plötzliche Sichtbarkeit meines Körpers unangenehm – mein T-Shirt hat keinen nennenswerten Ausschnitt, aber es ist figurbetont geschnitten und ich fühlte mich unwohl darin – ich gehe nochmals durch die Verunsicherung der Pubertät.
Das Glück überwältigt mich dann doch noch in meiner Wohnung. Seit ich zurück bin fühle ich mich stärker als zuvor. Ich geniesse die jungen Frauen, die ungeniert ihre Persönlichkeit hervorkehren, ich geniesse ihre Individualität und ihre Selbstsicherheit. Ich geniesse es Fahrrad zu fahren. Ich geniesse es, allein durch die Stadt zu gehen und sichtbar zu sein. Am meisten geniesse ich, dass dies alles selbstverständlich ist. Und ich geniesse es, zu Arbeiten.
Als ich in der Stadt einer verschleierten Frau begegne (eigentlich begegne ich einem Mann in Begleitung seiner Frau, muss ich richtigstellen) bin ich nur erleichtert, dass mich das nicht mehr betrifft.