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Souvenirs

MP3-CDs mit beliebter traditioneller Musik. Test OK, aber mein Apple kann gar nichts davon abspielen oder das angebliche img-File konvertieren.

MP3-CDs mit beliebter traditioneller Musik. Test OK, aber mein Apple kann gar nichts davon abspielen oder das angebliche img-File konvertieren.

Hafez-Zitate, welche auf der Strasse als Prophezeiungen angeboten werden. Manchmal pickt sie ein Vogel aus der Schachtel, manchmal darf man selber eine Karte ziehen.

Hafez-Zitate, welche auf der Strasse als Prophezeiungen angeboten werden. Manchmal pickt sie ein Vogel aus der Schachtel, manchmal darf man selber eine Karte ziehen.

Lunchbag der Bus-Kooperative Nr. 6. Wird allen Passagieren abgegeben und enthält Saft, Kekse und Cracker.

Lunchbag der Bus-Kooperative Nr. 6. Wird allen Passagieren abgegeben und enthält Saft (Geschmack: süss), Kekse (mit Pseudo-Banane) und Cracker (ok).

Metroticket Teheran. Sehr modernes, angenehme und schnelles Transportmittel, der erste oder letzte Wagen ist für Frauen reserviert, aber es ist auch erlaubt in allen anderen Wagen zu fahren.

Metroticket Teheran. Sehr modernes, angenehmes und schnelles Transportmittel. Der erste oder letzte Wagen ist für Frauen reserviert, aber es ist ihnen auch erlaubt, in allen anderen Wagen zu fahren.

Eintrittskarten für touristische Einrichtungen. Kosten immer 0.50 CHF und oft wird die Angabe der Nationalität verlangt (für die Statistik). Das aufgedruckte Bild entspricht nicht der jeweiligen Institution.

Eintrittskarten für touristische Einrichtungen. Kosten immer 0.50 CHF und oft wird die Angabe der Nationalität verlangt (für die Statistik). Das aufgedruckte Bild entspricht nicht der jeweiligen Institution (ausser das ganz oben: 3 CHF für die armenische Kirche in Isfahan und das Bild ist korrekt).

Quittung und Passierschein des Spitals in Yazd über die Behandlung (rechtes Ohr freisaugen) und den Preis (7.50 CHF)

Quittung und Passierschein des Spitals in Yazd über die Behandlung (rechtes Ohr freisaugen) und den Preis (7.50 CHF)

Made in Germany auch für die Bell(e)zza.

Made in Germany auch für die Bell(e)zza.

nicht immer ist drin, was drauf steht: sehr nützliches Präsent im Hotel Azadi, Yasuj.

Nicht immer ist drin was drauf steht: sehr nützliches Präsent im Hotel Azadi, Yasuj.

aber diesmal schon:

Ich wollte eine Frauenzeitschrift kaufen.

Ich wollte eine Frauenzeitschrift kaufen...

Ich schätze, das sind tatsächlich abgedruckte SMS.

... aber innen: ich schätze, das sind tatsächlich abgedruckte SMS.

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Das Bild erinnert an Filmplakate. Wir hatten das Glück, während der Busfahrten einige Schmonzetten zu sehen: junge Frau verliebt sich in den Freund des Bruders, ist aber schon einem anderen versprochen, oder ähnlich. Das Interessante daran ist, dass die Präsenz des Kamera-Auges aus dem Privatraum einen öffentlichen Raum macht - und so im Film alle Frauen zu Hause immer verschleiert erscheinen, sogar im Bett (verzweifelt und stumm in die Ferne schauend) in einer Art Pyjama-Hejab. Die Grenze zwischen Privat und Öffentlich ist undurchdringlich. Ausser vielleicht per SMS...

Street Food

saftladen_teheran

Getränkeladen in Teheran: hier gibts frischgepresste Säfte: Melone, Beeren, Karrotten, Orange, mit etwas Glück auch Granatapfel.

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Beerenstand in Darband. Die glänzenden Fladen vorne sind aus getrocknetem Beerenmus, von etwas ledriger Konsistenz, angenehm sauer aber furchtbar klebrig.

kekse

Jeden Tag holten wir uns frische Kekse aus der von drei Frauen betriebenen Kekse-Bäckerei in Masuleh. Die braunen im Vordergrund sind aus einem würzigen bröseligen Teig in Fett gebacken, mit Puderzucker bestreut und lauwarm gegessen ein Wahnsinn. Die hellen mit den Punkten sind Ingwerkekse, etwas trocken und überraschend scharf.

Restaurants

Darband

Ausflugs- und Naherholungsgebiet am Nordzipfel von Teheran, schon fast in den Bergen. Es ist sehr angenehm entspannt hier, Frauengruppen rauchen Wasserpfeife und lachen laut, Paare unter sich.

restaurant-darband

Restaurant in Darband, es gibt hier auch noch einen künstlichen Wasserfall und Nachtigallen im Käfig.

mirza-ghasemi_darband

Mirza Ghasemi: Mus aus Aubergine, Tomaten, Knoblauch und Ei, mit Joghurt und Minze-Öl. Wir trinken Zam-Zam Cola und islamic Beer (Alkoholfrei, dafür mit Zitronenaroma)

tee_darband

Und zum Abschluss Tee.

“Restoran”

(buchstäbliche Transkription aus dem Persichen)

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Restaurant in Isfahan, an der Hauptstrasse. Terrasse im 1. Stock, mit pinkem Neonlicht beleuchtet.

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Chicken Kebab mit Salzgurken.

Sofreh Kahneh Sonnati, Isfahan

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Ein Restaurant wie im Bilderbuch: Gleich neben der Sheikh Lotfallah Moschee gelegenes traditionelles Restaurant mit grosser Terrasse.

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Arash hat uns hierher geführt und war sehr zufrieden mit unserer Freude über den wunderschönen Platz. Im Hintergrund ganz verwischt weil so schnell: ein Kellner im traditionellen Dress.

sofreKanehSonnati3

"Dizi", Eintopfgericht mit Hammelfleisch, Kartoffeln und Kichererbsen. Man isst es in zwei Durchgängen: als erstes wird die Suppe in eine Schüssel abgegossen (im Bild) und mit Brot getunkt gegessen. Dann mit dem Mörser (ganz rechts) das im Tontopf Verbliebene zerstampft und dann ebenfalls gegessen. Die grünen Kräuter sind sehr erfrischend dazu. Und ja, man isst auf dem Teppich, als Tischtuch gibt es eine Plastikfolie.

Örtliche Spezialitäten

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Wir haben nicht herausgefunden, wie dieses Gericht heisst, welches wir gleich neben dem Bazar in Isfahan zu Mittag assen. Der mit Öl beträufelte frische Brotfladen war gefüllt mit einer Art Burger und etwas Fleischmuss, beide mit einem relevanten Anteil Leber. Zusammen mit dem Joghurt, den Zwiebeln und den Kräutern schmeckte es hervorragend, war aber sehr schwer und keiner von uns schaffte seine Portion.

khoresht_yazd

Khoresht zum Abendessen im Silkroad Hotel, Yazd. Ein Khoresht ist ein Ragout, ich bin nicht mehr sicher ob das ein Khorest-e Bademjan war (also ein Ragout mit Auberginen).

Restaurant Hamam, Yazd

in einem alten Hamam (Dampfbad) untergebrachtes Restaurant in Yazd, angenehm kühl.

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"Fesenjun", mit Chicken. In einer raffinierten Sauce aus Walnüssen und Granatäpfeln gekochte Hühnerkeule. Mein Lieblingsgericht, allerdings bevorzugte ich die Version des Silkroad Hotels mit Lammfleischbällchen.

kuku-e-sabzi_yazd

Kuku-e sabzi, Gemüseplätzchen mit Spinat

asht-e-mast_shiraz

Asht-e jo, eine Suppe mit Linsen und Pommes.

salat

Salat mit rosa Sauce für den rebellierenden Magen.

chelokebab

Chelo Kebab - mit Safran gewürzter Lammkebab, köstlich. Die orange Paste auf dem Teller oben war nichts mit Aprikose, sondern einfach nur süss.

essenausverkauft

Das Schild meldet "Essen ausverkauft" vor der Einfahrt zum Restaurant in Shiraz.

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Suppe mit Huhn, Shiraz

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Süppchen im Restaurant des Azadi Hotels, Yasuj. Mein Magen noch immer im Streik. Das Stück Brot dazu war das einzige Mal, dass wir diese Art von Brot statt dem üblichen Kartonbrot bekamen.

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Abendessen in Yasuj: links das beste Huhn der ganzen Reise für Adina, Chelo Kebab für Pius, Reis und Salat für mich.

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Asht-e Sabzi, Gemüsesuppe, in einem traditionellen Restaurant in Isfahan.

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Fleischburger im Restaurant des Hotels Mehran, Masuleh. Man isst meistens mit dem Löffel.

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Restaurants in Masuleh

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Dizi zerstampfen, Masuleh

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Asht-e mast, Joghurtsuppe mit Minzeöl, Masuleh.

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Mein letztes Abendessen in Teheran. Es war Ramadan, und 2/3 der Gerichte auf der Speisekarte waren gestrichen. Also hatten wir wiedermal die Wahl zwischen Kebab und Chicken. Dies ist Chicken, mit einer tollen leicht süssen Sauce. Daneben steht eine Büchse original Coca-Cola. Es gibt im Iran auch ein Abfüllanlage dafür (gab es übrigens auch in Rumänien zu Zeiten der Diktatur).

Kebabis

Kebabis sind kleine Imbisse, in denen man meistens nur Kebab bekommt. Gewöhnlich gibt es Chicken und Lamm Kebab zur Auswahl (chicken sind ganze Fleischstücke, Lamm oft gehackt in einer kompakten Masse. Beide werden an langen Spiessen über Kohle gebraten. Zum Kebab wird immer Reis und gegrillte Tomaten serviert, chicken Kebab kommt mit Zitronen oder Limetten. Wir haben oft Joghurt dazu gegessen (dieses gibt es nature, oder mit Schalotten, Knoblauch oder Gurke drin).

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Der erste Chicken-Kebab, im Basar von Teheran.

Tee

Wir haben sehr viel Tee getrunken. Die Dichte der Teehäuser ist aber nicht vergleichbar mit derjenigen in der Türkei. Es gibt nicht viele, und man muss wissen, wo sie sind – sie sind nicht da, wo man sie vermuten würden. Es gibt kaum Teehäuser an schönen Orten, in Parks, am Fluss, an Einkaufsstrassen schon gar nicht. Man sagte uns, dass die Regierung die meisten davon geschlossen habe, und dass der Beruf des Teehausbesitzers nicht ein angesehener sei. Es gibt aber die Möglichkeit Tee zu trinken an jedem Busbahnhof, an den Raststätten, oft auch an kleinen Imbissen und Kiosks, sowieso bekommt man Tee in jedem Restaurant oder Kebabi. In richtigen Teehäusern kann man auch Wasserpfeife rauchen, es ist der romantische Ort par excellence. Egal wo man ihn trinkt, der Tee ist immer vorzüglich – heiss und stark. Die Iraner süssen ihn, indem sie sich ein Stück Zucker zwischen die Zähne klemmen und den Tee hindurchziehen.

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Tee und Safran-Eis (immer mit Rosenwasser parfumiert) im Restaurant des Hotel Mashad, Teheran.

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Tee im Artists Forum, Teheran.

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Queisarieh Teehaus in Isfahan. Es liegt auf dem Dach des Bazars und die Aussicht über den Platz der Hälfte der Welt ist eine Wucht. Das Panorama (v.l.n.r): Sheikh Lotfallah Moschee, Imam Moschee, Ali Qapu Palast. Die Wiese davor füllt sich in den Abendstunden mit picknickenden Familien.

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Man muss hier nicht bestellen - man kommt rein und 5 Minuten kommt der Tee und ein paar Süssigkeiten (der blau geblümte Teller ist leider schon leer gegessen)

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Teehaus Azadegan, ein mit allem Möglichen vollgehängtes Gewölbe im Untergeschoss in einer Nebenstrasse des Bazars in Isfahan. Es ist in einen Männer- und Familienbereich getrennt, und zwar so, dass alle Frauen an den Männern vorbeidefilieren müssen, um in den hinteren Bereich zu kommen. Trotzdem sahen wir dort junge Frauen alleine eine Wasserpfeife geniessen.

Fast Food

Fast Food Lokale sind sehr beliebt. Hier bekommt man Hamburger, Hot Dogs, Pommes und Pizza in guter Qualität, was das eher eintönige Angebot in den normalen Restaurants angenehm bereichert.

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Fast Food Lokal in Teheran. Hier ruhte ich mich bei einer Cola an der klimatisierten Kühle aus.

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iranische Fast Food Kette

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Unsere erste Pizza. Wir hatten von der unorthodoxen Pizzakultur im Iran gehört und uns erst auf ausdrückliche Empfehlung des Lonely Planet in eine Pizzeria im armenischen (christlichen) Viertel Jolfa in Isfahan gewagt. Wir wurden angenehm überrascht - nur die Tomatensauce zuunterst fehlte, aber die wird im Iran traditionellerweise mit Ketchup zuoberst kompensiert. Geht auch, gar nicht schlecht, "another concept of pizza" stellte Adina fest.

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Hamburger und zweimal Falaffelburger, Salat. Unglaublich günstiges und schnelles Abendessen in einem total überfüllten Fast Food Restaurant in Isfahan.

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Burger mit Fleisch, Tomaten und Pasta am Busbahnhof-Imbiss in Yazd.

Epilog – Rückkehren

Der internationale Flughafen von Teheran heisst “Imam Khomeini International Airport”, steht etwa 1 Taxifahrstunde vom Zentrum entfernt in der Pampa und verfügt über ein einziges Terminal mit zwei Kaffeterias im Transitbereich. Er ist recht neu und modern gebaut, die Gepäckkontrolle ist geschlechtergetrennt. Es ist ein sehr eigenartiger Ort: hochmodern mit internationalen Ambitionen, doch ein Orbit-Aussenposten des Landes, nur einer winzigen Elite zugänglich, eine Kapsel in der sich die Luft von drinnen und draussen mischt. Es muss dort eine komplizierte Anlage für den Druckausgleich geben. Bei meiner Ausreise bin ich dankbar dafür – ohne die Geschäftsreisenden mit ihren Laptops hätte ich an der Wahrscheinlichkeit meiner “normalen” Existenz zweifeln müssen und hätte mich wirklich gefürchtet, in diesem unwirklichen Alptraum gefangen zu sein und nie mehr zurück zu können wonach ich solche Sehnsucht hatte: in ein selbstbestimmtes (Frauen)Leben, in einen Beruf, den es hier nur im Untergrund gibt, in meine eigene Wohnung.

Kaum sass ich im Flugzeug an meinem Platz, klappte ich erleichtert und etwas trotzig meinen Schleier herunter. Ich war nicht die einzige. Der junge Mann neben mir fängt gleich darauf an mit mir zu plaudern – er fliege nach London, er wolle dort Städtebau studieren, er habe in Teheran schon Architektur studiert. Momentan mache er einen Sprachkurs, um Englisch zu lernen und sein Aufenthalt werde von seiner Familie finanziert. Ich bin etwas irritiert über die plötzliche Umkehrung der Sitten – hätte er mich mit Kopftuch auch angesprochen? Es ist schizophren, und ich bin auch etwas schizophren geworden: am Flughafen in Dubai ziehe ich meinen Manteau aus, aber zu meiner Überraschung bleibt das Gefühl der Befreiung aus: mir ist die plötzliche Sichtbarkeit meines Körpers unangenehm – mein T-Shirt hat keinen nennenswerten Ausschnitt, aber es ist figurbetont geschnitten und ich fühlte mich unwohl darin – ich gehe nochmals durch die Verunsicherung der Pubertät.

Das Glück überwältigt mich dann doch noch in meiner Wohnung. Seit ich zurück bin fühle ich mich stärker als zuvor. Ich geniesse die jungen Frauen, die ungeniert ihre Persönlichkeit hervorkehren, ich geniesse ihre Individualität und ihre Selbstsicherheit. Ich geniesse es Fahrrad zu fahren. Ich geniesse es, allein durch die Stadt zu gehen und sichtbar zu sein. Am meisten geniesse ich, dass dies alles selbstverständlich ist. Und ich geniesse es, zu Arbeiten.
Als ich in der Stadt einer verschleierten Frau begegne (eigentlich begegne ich einem Mann in Begleitung seiner Frau, muss ich richtigstellen) bin ich nur erleichtert, dass mich das nicht mehr betrifft.

at the gate

I met Alex for a coffee at the train station before leaving. He was talking to somebody on the phone, he said he was enjoying travelling/leaving people. I liked this much, he was talking about a distant form of participation. He proposed to set up a voicebox for me, I could call it and talk for 1.5 min for free. We agreed to try out first the connection from Teheran, tomorrow morning.

I am at the gate of the airport. The sky is big open. It’s exactly half moon over Zurich.

preface

This is the journal of my journey to the Islam Republic of Iran.

I read in the Zeit about the loneliness of this country, its isolation in the combination of a democratic republic and islamic state form. My interest in this loneliness expands to the aperception of my state (of mind) as a travelling western woman. Being challenged but continuously disconnected in the same time.

Writing as an act of expanded privacy. A foreign language like a tent.

Body Politics

Es fing im Flughafen Dubai an, am Gate für den Flug nach Teheran. Ich hatte mein Mäntelchen schon angezogen, das Kopftuch noch in der Tasche und fühlte mich etwas beklommen. Blicke gingen durch den Raum, man versuchte sich gegenseitig einzuschätzen: eine Gruppe japanischer TouristInnen, welche sich total unbefangen gab. Ansonsten Geschäftsreisende, Paare, erweiterte Paare (Männer mit einigen Frauen, wahrscheinlich Schwestern/Schwägerinnen/Ehefrau/Töchter), einige junge Männer, neben mir eine ältere Frau, die sich gemächlich für den Iran einpackte. Kaum eine Frau trug ihr Kopftuch, die meisten hatten es als Schal um den Hals gelegt. Beim Anstehen zum Boarding sprach mich ein etwas jüngerer Mann an, währenddem er versuchte, sich an mir vorbeizudrängen: ob ich auch nicht vergessen hätte, einen Schal zu kaufen? Ich antwortete giftig “of course not” und blitzte ihn wütend an: was geht es ihn an? Ist er etwa die Polizei? Fühlt er sich für meine Moral verantwortlich?

Das war der Anfang der unheimlichen Transformation meines Körpers in etwas Gefährliches und – eigenartiger Umkehrschluss – deswegen Gefährdetes. Doch was oder wen mein Körper gefährdet, habe ich nicht verstanden: die Männer? Die haben sich nicht gefürchtet vor mir, schon gar nicht jener, welcher mir vom Motorrad herunter herzhaft an den Arsch gegriffen hat, auch nicht jener, der mir mit einer obszönen Geste zu verstehen gab, was er von mir wünschte, würde ich nicht im abfahrenden Bus sitzen. Solche Dinge sind nicht nur mir passiert, praktisch jede ausländische Frau kann davon erzählen und es gibt heftigere Stories als meine.

Ich fühlte mich gedemütigt, erstens durch den Übergriff selber, zweitens weil ich mich all den in meinen Augen unsinnigen Vorschriften unterworfen hatte im Glauben daran, dass ich dies einer fremden Kultur schuldig sei und dass es mich – und das ist das naive daran – im Gegenzug schützen würde. Davon ist nichts geblieben ausser dem Gefühl, schikaniert zu werden und daraus entstand ein Misstrauen und eine köchelnde Wut, die im Zaun zu halten mich viel Kraft gekostet hat.

Es waren durchwegs junge Männer, Teenager fast noch, und ich fing an ihnen aus dem Weg zu gehen. Und meine Gedanken bei all den zweifellos ernst gemeinten guten Wünschen, der Freude über unseren Besuch, die uns überall entgegengebracht wurde, bekamen einen zynischen Unterton. “Very nice, very beautifull, yes, yes, bring your money, bring your ass.” Ich weiss es war gemein, aber es verschaffte mir etwas Luft. Die Kluft zwischen der den Frauen mit der Kleiderordnung aufgebürdeten Verantwortung für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Anständigkeit und deren Ohnmacht gegenüber der tatsächlichen Respektlosigkeit war schwer zu ertragen für mich.

Der Hejab: die iranische Kleiderordnung schreibt vor, dass Frauen (= Mädchen ab dem 9. Lebensjahr) ihren Körper verhüllen und ihre Haare bedecken müssen. Das bedeutet je nach geografischem, sozialem und kulturellem Kontext verschiedene Dinge: je konservativer und älter die Frauen, desto weniger ist von ihnen zu sehen. Junge Frauen gehen wesentlicher offensiverer damit um. Auf dem Land gibt es gebietsspezifische Sitten (in Gilan tragen die alten Frauen einen dunkelblauen, geblümten Tschador über gemusterten Kleidern) und volksspezifische Gebräuche (die Nomadinnen tragen bunte Hosen unter dem manchmal ebenfalls bunten Tschador; eine Zaraoster-Frau trug einen lichten, durchscheinenden leuchtendgelben Tschador über einem hellen kurzärmligen eher engen T-Shirt und einem Rock, sie hatte auch eine laute Stimme und ein herzhaftes Lachen).

Sahar (2.v.l.) und ihre Schwester und eine Freundin (2. und 1.v.r.), Shiraz

Sahar (2. von links) und ihre Schwester und eine Freundin (2. und 1.v.r.), Shiraz

Antipoden: Einheimische Touristenfamilie in Persepolis (Bild: Pius Niederberger)

Antipoden: Einheimische Touristenfamilie in Persepolis (Bild: Pius Niederberger)

Die Frauen in öffentlichen Ämtern tragen schwarz und kein Haar ist sichtbar. Die Polizistinnen tragen dasselbe in dunkelgrün und Fernsehmoderatorinnen und Nachrichtensprecherinnen in anderen gedeckten Tönen wie braun oder ocker. Geschäftsfrauen tragen ebenfalls konservativ schwarz oder grau, oft aber einen Manteau und ein vorgenähtes Kopftuch, welches aussieht wie der Kopfteil des Tschadors und bis auf die Schultern reicht.

Marzieh Vahid-Dastjerdi, die neue Ministerin für Gesundheit, im offziziellen Gewand.

Marzieh Vahid-Dastjerdi, die neue Ministerin für Gesundheit (Bild: Reuters)

“Die Frauen mögen es nicht, aber es ist gut für sie”, sagte der Polizist in Teheran darüber zu meinem Bruder und ich war froh, war ich bei dem Gespräch nicht dabei, wie hätte ich diese Kröte schlucken können. Die zwei jungen Frauen, mit denen ich mich unterhielt wollten wissen, wie die Hejab-Vorschriften für mich sei. Ich sagte: “Ich mag sie nicht, aber man gewöhnt sich dran.” Sie lachten: “Genau wie wir!”

Die Haushälterin hängt unsere Wäsche zum Trocknen auf die öffentliche Terrasse neben dem Restaurant in Masuleh. Sie knöpft gerade das Männerhemd zusammen, damit es nicht davonfliegen kann und die darunter aufgehängte Frauenunterwäsche entblösst. Die Männer-Shorts daneben sind dagegen harmlos.

Die Haushälterin hängt unsere Wäsche zum Trocknen auf die öffentliche Terrasse neben dem Restaurant in Masuleh. Sie knöpft gerade das Männerhemd zusammen, damit es nicht davonfliegen kann und die darunter aufgehängte Frauenunterwäsche entblösst. Die Männer-Shorts daneben sind dagegen harmlos.

Ich hatte vor der Hinreise nach langem Suchen ein Schürzenkleid aus schwarzem Leinen gekauft, etwas zu gross damit es nur nicht anliegt, aber doch einigermassen kleidsam. Das zweite kaufte ich mir in Teheran nach ebenfalls langem Suchen (nicht wegen mangelndem Angebot, sondern wegen der angebotenen Qualität) und habe es auch in Teheran im Schrank des Hotels zurückgelassen: ich brachte es nicht über mich, ein dermassen ungeliebtes Kleidungsstück mit nach Hause zu nehmen.

Es war ungeliebt wegen der darin verkörperten Ideologie, aber auch weil es für die im Sommer herrschenden Temperaturen  um die 40 Grad wirklich unangenehm wird (was tun die Leute, wenn eine Frau einen Hitzekollaps hat?), und das tägliche Waschen der verschwitzten Kleider im Waschbecken des Hotelzimmer uns jeden Abend an unseren Status erinnerte.
Es bedeutete auch, dass wir in der Siesta Nachmittags in Unterwäsche im Hotelzimmer herumlungerten und wenn der Roomservice den Tee brachte, wir Frauen uns im Bad versteckten um nicht all die Kleiderschichten wieder anziehen zu müssen: eine unheimliche Regression ins kichernde Kleinmädchentum.

der Manteau zu trocknen aufgehängt

der trocknende Manteau im Hotel in Teheran

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Die Geschichte ist zwiespältig: Shah Reza verbot die Verschleierung der Frauen, gleichzeitig war seine Gesetzgebung aber sehr zum Vorteil der Männer.
Aus der Fotoausstellung im Arg e Kharim Khan, Shiraz. Man beachte das Unbehagen der Frauen und das Selbstbewusstsein der Männer:

the ceremony of removing the coverings, 1937

the ceremony of removing the coverings, 1937

Frauenrechte im Iran, sehr ausführliche Erläuterungen: http://en.wikipedia.org/wiki/Women%27s_rights_in_Iran
Frauenrechtsbewegung im Iran:http://en.wikipedia.org/wiki/Women%27s_rights_movement_in_Iran

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Anmerkung: nachdem ich mich lange für meine starken Emotionen zu dem Thema geschämt hatte, habe ich beschlossen, dies nicht mehr zu tun. Ich bin wütend, und ich weiss warum.

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